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Volles Haus im OP: Masterclass Roboter-assistierte Zystektomie in der Augusta Bochum

Zwölf Plätze, restlos ausgebucht, und zwei Tage Fachwissen: Am 16. und 17. Juli 2026 kamen in Bochum Urologinnen und Urologen zur Masterclass „Roboter-assistierte radikale Zystektomie und intrakorporale Harnableitung / Rekonstruktive Roboter-assistierte Urologie“ zusammen – eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Robotische Urologie e. V. (DGRU).

Die wissenschaftliche Leitung lag in den Händen von Prof. Dr. med. Burkhard Ubrig (Bochum), Prof. Dr. med. Hubert John (Frauenfeld/CH) und PD Dr. med. Michael Waldner (Köln). Alle drei waren zugleich als Operateure und Referenten im Einsatz.

Los ging es am Donnerstagabend im Restaurant Franz-Ferdinand: Bei Vorträgen und angeregter Diskussion drehte sich alles um die richtige Indikationsstellung zur radikalen Zystektomie, die passende Harnableitung für den jeweiligen Patienten sowie die radikale Zystoprostatektomie mit Neoblase und das Ileum-Conduit-Verfahren – Schritt für Schritt aufbereitet.

Der fachliche Mittelpunkt folgte am Freitag: In der Urologie der Augusta Bochum liefen an drei da-Vinci-Systemen (X/Xi) parallel mehrere Live-Operationen in unmittelbar benachbarten Sälen – von der radikalen Zystektomie mit orthotopem Blasenersatz über den Psoas Bladder Hitch bis zur Pyeloplastik. Die Teilnehmenden konnten direkt am OP-Tisch mitdiskutieren, Fragen stellen und den Operateuren buchstäblich über die Schulter schauen.

Nach einer intensiven Nachbesprechung war das Fazit einhellig: ein rundum gelungenes Format mit hohem Praxisbezug. Eine DGRU-Masterclass zum Thema Prostatektomie sowie Folgeveranstaltungen für das Jahr 2027 sind bereits in Vorbereitung.

2. Intensiv Hands-on Training robotische Urologie

Auch in diesem Jahr hat die Deutsche Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie (DGRU) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Laparoskopie und roboterassistierte Chirurgie der deutschen Gesellschaft für Urologie das Intensiv hands-on Training robotische Urologie angeboten. An dem dreitägigen Training vom 28. – 30.Oktober 2019 im Trainingszentrum IRCAD (Straßburg , Frankreich) haben Urologen aus ganz Deutschland teilgenommen, die sich vorher für eine Teilnahme am dreitätigen Kurs bewerben mussten. Im Rahmen des Trainings konnten die Teilnehmer durch Verwendung von virtuellen Simulatoren sowie Übungen operativer Schritte am Tiermodell und am menschlichen Körperspender mit begleitender intensiver Anleitung von erfahrenen Ausbildern ihre operativen Fähigkeiten in der robotischen Urologie vertiefen. Hierzu standen in einem der größten OP Ausbildungszentren der Welt insgesamt 14 OP Roboter-Bedienkonsolen für die Teilnehmer zur Verfügung. Durch Vorträge mit Seminarcharakter wurde der Kurs inhaltlich abgerundet.
Das Feedback der Teilnehmer zum Training war überragend: „TOP! Sehr guter und sinvoller Kurs, eine Menge mitgenommen. Gute Mischung aus Theorie und Praxis“; „insgesamt sehr gut organisierte Trainingstage mit ausreichenden Robotern, Materialen; sinnvolle Tipps durch Trainer. Vielen Dank!“

Erstes deutsches Curriculum für roboterassistierte Urologie​

Strukturierte Ausbildung in der operativen Urologie durch die Deutsche Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie (DGRU)

Eine gute Ausbildung soll die Ausbildungsinhalte in einer strukturierten Weise in einem festgelegten Zeitraum vermitteln und zudem überprüfbar sein. Dies ist in der offenen operativen Medizin schwierig umzusetzen, da viele subjektive Faktoren sowohl auf Seiten des Lehrers als auch auf Seiten des Schülers den Ausbildungsvorgang beeinflussen.

Im Rahmen der roboterassistierten Chirurgie ergeben sich hier neue Optionen. Die deutsche Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie hat in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Laparoskopie und roboterassistierte Chirurgie der deutschen Gesellschaft für Urologie erstmals für den deutschsprachigen Raum ein Curriculum zur strukturierten Ausbildung für die roboterassistierte radikale Prostatektomie entwickelt.

Am 02. Mai startete der erste Teil dieses Ausbildungsprogramms im Trainingszentrum „ORSI“ im belgischen Melle. Acht Teilnehmer aus verschiedenen Kliniken in Deutschland wurden für das Programm ausgewählt. Nach der Absolvierung eines theoretischen Ausbildungsteils (E-Learning-Tool) wurde im Trainingszentrum unter Anleitung von drei erfahrenen Ausbildern ein intensives Training an Simulatoren durchgeführt. Am Tiermodell konnten die Auszubildenden ihre Fähigkeiten vertiefen.

Die Operateure werden die Ausbildung jetzt in ihren jeweiligen Kliniken im Sinne eines modularen Ausbildungskonzeptes, bei dem die radikale Prostatektomie in zahlreiche Einzelschritte aufgeteilt ist, fortsetzen. Die sechsmonatige Ausbildung wird mit einem Zertifikat beendet. Hierzu wird eine vollständige Operation aufgezeichnet. Diese wird dann durch unabhängige Gutachter ohne Kenntnis des Operateurs beurteilt.

Die Besonderheit des Curriculums liegt in der gleichartigen Ausbildung in verschiedenen Kliniken. Die Resultate können zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen und bewertet werden. Dieses Ausbildungsmodell stellt somit einen großen Fortschritt in der Ausbildung von Chirurgen dar. Das Curriculum wird bereits seit einigen Jahren auf europäischer Ebene erfolgreich angewandt. Die Abschlusszertifikate sind analog.

Die Ausbildung endet im November, die Erfahrungen mit dem ersten deutschen Curriculum sollen auf der Jahrestagung der DGRU (Deutsches Roboter Urologie Symposium) im November in Bochum präsentiert werden.

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie e.V. (DGRU)
Geschäftsstelle
c/o Frau Almut Kalz
Kurt-Semm-Zentrum für laparoskopische
und roboterassistierte Chirurgie
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Arnold-Heller-Str. 3 (Haus C, EG, R. 274)
24105 Kiel

Tel.: 0431 500-24807
Fax:  0431 500-24804
E-Mail: info@dgru.de
Internet: www.dgru.de

Deutsche Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie vergibt Fördergelder für Roboterausbildung
8 Kandidaten aus ganz Deutschland beginnen Deutsches Roboter Urologie Curriculum